VIBES zur Konstruktion von Geschlecht

Tun Sie mir den Gefallen und lesen Sie diesen Comic selbst, bevor Sie ihn zu Weihnachten verschenken. Er ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch informativ und regt zum Protest an – oder zumindest zum Kopfschütteln. Mich selbst hat er dazu angeregt, über die Ursprünge von Begriffs- Konstruktionen und ihre Etablierung nachzudenken. Und nicht zuletzt auch darüber, wer, was und mit welcher Absicht in öffentliche Diskurse, Lehre und private Unterhaltungen einbringt. Der Klappentext beschreibt das Ganze so:
Der Ursprung der Welt„Liv Strömquists Comic Der Ursprung der Welt befasst sich mit dem, was als „das weibliche Geschlechtsorgan“ bezeichnet wird. Was ist das überhaupt? Und warum verbindet die Menschheit eine so extrem unentspannte, borderline-mäßige Hassliebe mit diesem Körperteil? Aus griechischer Antike, Steinzeitfrauen, Sigmund Freud, John Harvey Kellogg, Dornröschen, hinduistischen Göttinnen, zeitgenössischen Rappern und Biologiebüchern legt Liv Strömquist ein buntes Mosaik dieses Organs, das Gustave Courbet als den „Ursprung der Welt“ bezeichnete. Der Ursprung der Welt analysiert die historische Konstruktion der Vulva und ist dabei nicht nur informativ, sondern auch extrem lustig.“

 

Für ’n Zwanni ist der Comic beim avant-Verlag zu erwerben und hier finden Sie auch eine Leseprobe.

VIBES zur Anschlussfähigkeit

Ende der 90er gab es eine TV- Comedy- Show namens „Bully Parade“ von Michael Bully Herbig. So ein Format läuft schon lange nicht mehr im deutschen Fernsehen. Humor ändert sich und wahrscheinlich damit verbunden auch die Form, wie Humor (im Fernsehen) präsentiert wird. Der Algorithmus von YouTube schlug mir jedoch neulich „Die Kastagnetten“ aus dieser Show vor: „Das könnte Sie auch interessieren, Hannah Eller“. Recht hat er, der Algorithmus. Und so landen „Die Kastagnetten“ tatsächlich bei den systemVIBES.
Vielleicht zwei anschlussfähige Sequenzen für alle, die Lust haben, anderen bei Anschlüssen auf sehr unterschiedliche Weise zuzuschauen.
Viel Vergnügen bei diesem „old school – Humor“!

VIBES zur Würde von Beziehungen

Museum zerbrochener BeziehungenDer Comic- Verkäufer meines Vertrauens hat in seinem Laden eine Nische mit Büchern, die zwar Bilder enthalten, aber keine Comics sind. Zu denen hatte ich schon immer eine gute Beziehung. Nicht, weil ich Texte nicht gern hab, im Gegenteil. Aber Bilder sind für mich etwas Gutes. Auf jeden Fall: In dieser Ladennische stand Das Museum der zerbrochenen Beziehungen. Was von der Liebe übrig bleibt. und zeigt Gegenstände, Relikte aus vergangenen Beziehungen mit den jeweiligen Geschichten. Das ist mal sehr humorvoll, mal sehr berührend, aber vor allem gefiel mir die Haltung hinter diesem Buch. In der Einleitung heißt es: Was soll man mit den traurigen Relikten einer Liebe anfangen? Geben Sie einmal «zerbrochene Beziehung» in eine Suchmaschine ein; in jeder nur denkbaren Sprache werden Sie reihenweise Selbsthilfeangebote finden, die einem vermitteln wollen, wie man Gefühlsreste so schnell wie effizient loswird. Selbsternannte Experten versuchen, uns vorzuschreiben, wie man jede schmerzende Erinnerung an eine verblichene Liebe, an die Niederlage, das persönliche Versagen löscht. Bibliotheken und das Internet sind voller Anleitungen zum Vergessen. Aber ist die totale Auslöschung denn wirklich die einzig wirksame Kur?
Die Autoren Olinka Vištica und Dražen Grubišic begannen mit der Ausstellung der Objekte ihrer eigenen zerbrochenen Beziehung; mittlerweile bekommen sie Sendungen von Gefühlsrelikten aus zahlreichen Ländern. Es geht nicht darum, wieder etwas in Ordnung zu bringen, etwas Kaputtes zu heilen. Es geht, so glaube ich, um Würdigung von etwas Komplexen wie einer Beziehung – auch, oder vor allem, wenn diese zu Ende geht.

VIBES zur Pause

Liebe systemVIBES- Besucher,

wenn Sie das hier lesen, ist fast ein Jahr seit dem letzen Beitrag vergangen. Dass Sie nun hier sind, freut mich außerordentlich!
Ich musste aus unterschiedlichen Gründen eine Pause machen. Nun geht systemVIBES wieder an den Start – jedoch langsamer als vor der Pause. Es wird sich inhaltlich nichts ändern. Noch immer möchte diese Seite kreativ sein und auf Kreatives hinweisen, immer versucht, damit einen innovativen Bogen zum Systemischen zu schlagen.

little red girl with bunchesIm ersten Beitrag nach der Pause soll es – wie kann es anders sein – um die Pause, die Unterbrechung gehen. Und damit auch um die Unterscheidung. In dem Audiobeitrag des Deutschlandfunks „Von großen und kleinen Unterbrechungen“ geht um die unterschiedlichsten Pausen: in der Musik, im Rundfunk, im Leben… Für systemVIBES ein schöner Beitrag, der die Pause als ein Mittel thematisiert, Unterscheidungen möglich zu machen.

 

 

 

 

VIBES zum Staunen über Selbstorganisation

DSC_3150 (3)Freudig war vor vielen Jahren,
Eifrig so der Geist bestrebt,
Zu erforschen, zu erfahren,
Wie Natur im Schaffen lebt.
Und es ist das ewig Eine,
Das sich vielfach offenbart;
Klein das Große, groß das Kleine,
Alles nach der eignen Art.
Immer wechselnd, fest sich haltend;
So gestaltend, umgestaltend –
Zum Erstaunen bin ich da.

– J.W. von Goethe –

VIBES zu perspektivisch und subjektiv

Voor Film (Supporting Film)
Regie: Douwe Dijkstra
Erscheinungsjahr: 2015; Niederlande

In der Beschreibung dieses kleinen „Dokumentarfilms“ heißt es (so ganz grob übersetzt), dass es sich um einen Film handelt, der das Ritual des Filmesehens erkundet.
Zwölf Menschen erklären wie sie Filme sehen und hören, was ihnen gefällt, sie langweilt, aufregt, hindert oder begeistert. Ich finde ihn wunderbar! Eine Hommage an den Film und gleichzeitig ein Aufzeigen wie unmöglich es eigentlich ist, Filme zu machen.