VIBES zum Tabuthema: inhaftierte Elternteile und ihre Kinder

TabuIch möchte diese Internetseite nutzen und auf ein Projekt aufmerksam machen, das sich mit der Situation von Kindern Strafgefangener beschäftigt und das, obwohl es bereits einige Jahre her ist, nichts an Aktualität verloren hat. Da man mit Straffälligenhilfe kaum finanzielle Unterstützer gewinnen kann, ist gerade dieser Bereich auf das Engagement von Ehrenamtlern und die nebenberufliche Mitarbeit von Professionellen angewiesen. Ein Hamburger Beispiel mit systemischem Ansatz ist die Vater- Kind- Gruppe in der JVA Billwerder (bald auch in der JVA Fuhlsbüttel), die nach dem Erscheinen folgender Studie entwickelt wurde. Die Ergebnisse betonen die Wichtigkeit Kinder von straffällig gewordenen Elternteilen während der Ermittlungen, des Strafprozesses, der Verurteilung und der Haftsituation zu (be)achten und zu begleiten. Vielleicht steckt in systemischen Ansätzen dieses Potential. Sie könnten somit auch zur (Re-)Sozialisierung und Prävention beitragen.

Das EU-geförderte Projekt „COPING – Kinder von Strafgefangenen: Maßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit und Minderung der Risiken“ ist eine richtungsweisende Studie und präsentiert bislang unbekannte wissenschaftliche Daten über Kinder mit einem inhaftierten Elternteil. Am 6. November 2012 wurde in Brüssel dem Thema in einer Fachtagung mit dem Titel „Umgang mit der Inhaftierung eines Elternteils – eine Agenda für politische Reformen“ mehr Nachdruck verliehen.
Die kindzentrierte Studie wurde durch das FP7 EU-Rahmenprogramm gefördert und widmete sich über einem Zeitraum von drei Jahren (2010 – 2012) der Befragung von über 700 Kindern in vier Ländern (Schweden, Deutschland, Rumänien und England) über die Auswirkungen der Inhaftierung eines Elternteils. Die Technische Universität Dresden und der Verein Treffpunkt e.V. in Nürnberg führten die Studie in Deutschland durch.
Ziel der Studie war es, eine bessere Kenntnis über die Schwierigkeiten und Bedürfnisse der Kinder, ihre Widerstandsfähigkeit und ihre Anfälligkeit für psychische Probleme zu erlangen.

Die oben zitierten sowie weitere (deutschsprachige) Informationen zur Studie mit Untersuchungsergebnissen und Empfehlungen der EU- Konferenz finden Sie auf den Seiten des Vereins Treffpunkt e.V. und auf der offiziellen Homepage von COPING

Foto mit freundlicher Genehmigung von Verena. Herzlichen Dank!

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