VIBES zur Autopoiese

Kickflips over Occupation
Regie: Maen Hammad
Erscheinungsjahr: 2015, Palästina/ West Bank
Länge: 22 Min.

Maen Hammad dokumentiert in seinem Film die Skater-Szene im Westjordanland (West Bank). Eine Bewegung junger Palästinenser, die das Skaten als Lebensgefühl für sich entdeckt haben, das geprägt ist von Schnelligkeit, Körperbeherrschung, Spaß und Mut. Im Film kommen die Pioniere der Szene zu Wort und beschreiben, wie Skaten ihrem Alltag Sinn und Bedeutung gibt.
Vielleicht lässt sich diese Bewegung auch erkenntnistheoretisch betrachten: Innerhalb der Grenzen, Mauern und Zäune organisiert sich eine Szene, ein System, das in sich abgeschlossen gegenüber äußerer (militärischer) Einflussnahme ist. Skaten im Westjordanland ist sehr gefährlich, aber ihre Anhänger lassen sich nicht durch die Interventionen (wenn man das so nennen kann) und Kontrolle des herrschenden Militärs beeinflussen.
Auch ein anderer Gedanke der Autopoiese – und nah am Konstruktivismus – ist vielleicht im Film enthalten: Die Welt wird durch unsere Wahrnehmung „erschaffen“. Die Städte des Landes bestehen für die Skater aus Stufen, Rampen, Asphalt und Geländer – aus Herausforderungen, die es mit dem Board zu nehmen gilt. Anders als eine Stadtwahrnehmung, die jungen Menschen kaum Erstrebenswertes bieten kann.

(Kurze Anmerkung zum Titel für alle, die Nicht-Skater sind: Kickflip = ein Skateboardtrick, bei dem sich das Board im Flug um die eigene Achse dreht und der ein Basistrick für viele weitere ist.)

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