VIBES zur komplexitätserhaltenden Komplexitätsreduktion im Bond-Film

Ich habe mich letzte Nacht mit dem neuen Bond-Film Spectre rumgeschlagen. Und weil der Film ziemlich lange dauert, hatte ich genug Zeit mir parallel ein paar Gedanken zu machen. Ich habe mich gefragt wie der gut gebaute James es schafft die Komplexität, mit der in heutigen Zeiten Bedrohung von globaler Sicherheit (mit nichts weniger befasst sich ja 007) stattfindet, jedes Mal so zu reduzieren, dass er „dem Bösen“ als Person irgendwann gegenübersteht, sich mit ihm prügelt und bei nächster Gelegenheit in der Themse ertränkt (o.Ä.). Eine bemerkenswerte Komplexitätsreduktion, die ihn wie kein anderer handlungsfähig macht!
Der Bond- Film von heute steht, im Gegensatz zu den alten Versionen, vielleicht vor der Herausforderung „das Böse“ aus aktueller Zeit (Totalüberwachung, Terrornetzwerke, Netzkriminialität etc.) mit seiner Tradition des Mann-gegen-Mann-Kampfes zu verbinden. Das, was in 150 Min. geschehen muss, ist komplexitätserhaltende Komplexitätsreduktion: Wie erzählt man filmisch die Vielschichtigkeit und Wandelbarkeit von Gefahren und bricht sie gleichzeitig so weit herunter, dass sich ihr ein Bond buchstäblich entgegenwerfen kann? Das bleibt wohl das ewige Bond-Geheimnis…

Unten stehend der Spectre-Trailer von 2015 und der Goldfinger-Trailer von 1964. Auch die Rolle von James Bond hat sich gewandelt – hat sich vielleicht wandeln müssen, um einer komplexitätserhaltenden Darstellung der Figur gerecht werden zu können. So kann der Geheimagent unter der Regie von Sam Mendes (Skyfall, 2012; Spectre 2015) nie in Ruhe einfach nur Bond sein.

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