VIBES zu „Verunsicherung ist dem Schöpferischen nicht fremd“

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Catherine Meurisse; Die Leichtigkeit; Carlsen

 

 

 

 

Das oben genannte Zitat ist von Catherine Meurisse, überlebende Zeichnerin bei Charlie Hebdo. Sie hat vor einiger Zeit eine Graphic Novel über ihr Überleben und ihre Versuche von Neukonstruktion erschaffen.

 

spiegelmann

Art Spiegelman; Calling Dr. Godot

 

 

 

Art Spiegelman begann einen Comicstrip für die New York Times zu zeichnen, in denen er seine Erkrankung an einem Hirntumor thematisiert; in diesen Tagen erstmals in der FAZ auf deutsch veröffentlicht.

 

Beiden Menschen möchte ich hier auf systemvibes einen Platz einräumen, weil ich finde, dass ihr Umgang mit Schrecken und folgender Verunsicherung etwas sehr besonderes ist. Beide integrieren Zweifel und Verzweiflung in ihre Arbeit als Zeichner; kehren es um in etwas Schöpferisches. Wie ich finde, ein tiefer Ausdruck von Lebendigkeit.

Ein Interview mit Catherine Meurisse finden Sie hier.

Informationen zu Art Spiegelmann und dem Comicstrip finden Sie hier.

Frohe Weihnachten und so!

Liebe und sehr verehrte Besucher_innen von systemVIBES!

dsc_1724Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und dass Sie einen guten Start ins neue Jahr haben! Mal sehen, welches 2017 uns der Weihnachtsmann da vor die Tür stellt…

Auf systemVIBES war es etwas ruhiger in den letzten Monaten. Leider fehlte mir ein bisschen die Besinnlichkeit, die es braucht, um diese Beiträge zu erstellen. (Systemische) Inhalte haben es verdient, dass sie nicht bloß „dahin gerotzt“ werden. Deswegen macht systemVIBES eine offizielle Pause und ist im Januar wieder zurück. Vielleicht entdecken Sie zwischenzeitlich eigene VIBES, die Sie hier gern veröffentlichen möchten. Dann sind Sie herzlich eingeladen mir eine Mail mit Ihren Vorschlägen zu senden.
Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Besuche auf systemVIBES und hoffe, dass Sie auch 2017 wieder mit dabei sind!

Herzliche Grüße und auf bald!
Hannah Eller, Herausgeberin der systemVIBES

 

(Foto: Hannah Eller; Fußgängerzone einer Kleinstkleinstadt)

VIBES zur Bedeutung

Musik als Waffe
Dokumentarfilm
Regie: Tristan Chytroschek
Erscheinungsjahr: 2011

Musik ist vermutlich für die meisten Menschen etwas sehr Schönes. Musik als Waffe zeigt die militärische und geheimdienstliche Verwendung von Musik in den USA und wie sich in diesen Kontexten ihre Bedeutung verändert.
Der Film begleitet den Komponisten Christopher Cerf, der für die amerikanische Sesamstraße Kinderlieder geschrieben und vertont hat – und die in Folge zu Verhör- und Folterzwecken genutzt wurden. Cerf macht sich, irritiert von der völlig anderen Bedeutung, die seine Lieder in solchen Kontexten bekamen, auf die Suche nach der unterschiedlichen Wirkung und Bedeutung von Musik.
Der Dokumentarfilm erhielt 2012 den International Emmy.

Ein Film, der vielleicht Fragen aufwerfen kann zur Konstruktion von Bedeutungen und ihren Verantwortlichen.

Hier die Links zur Dokumentation auf YouTube:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

VIBES zum Konstruktivismus

Vom 20. bis 27.11. fand die Restorative Justice Week statt, weltweit gab es verschiedene Projekte und im Netz tummelten sich zahlreiche neue Materialien wie Videos und Poster zum Thema. RJ ist konstruktive Begegnung zwischen Täter(n) und Opfer(n), die das Ziel haben die Erzählung der Tat-Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und somit auch einen gemeinsamen Abschluss der Tat hinzubekommen. Wie ich finde, ein Ansatz, der zeigt wie die Ideen des Konstruktivismus  einen wertvollen Beitrag leisten können Menschen Begegnung zu ermöglichen.

Auf der Seite des TOA-Servicebüros (Täter-Opfer-Ausgleich) heißt es dazu: „Solche Begegnungen, in denen eine konstruktive und heilsame Auseinandersetzung mit teilweise schweren Konflikten (oder gar Lebenskatastrophen) ermöglicht wird, sind einmalige ‚Gelegenheiten um etwas über sich und die Welt zu erfahren, überraschende eigene und fremde Handlungsweisen kennenzulernen, punktuelle Kontakte mit sonst verschlossenen sozialen Welten zu bekommen, Gelegenheiten, um herauszufinden, auf wen man sich verlassen kann […], aber auch, was man sich alles nicht gefallen lassen muss‘ (Heinz Steinert)“

RJ ist nicht unumstritten, dennoch möchte ich hier auf einige englischsprachige Videos aufmerksam machen, von Menschen, die ihre Geschichte mit RJ als sehr wertvoll empfunden haben. Mehr Videos, Links und Infos gibt es z.B. auf der Seite des TOA-Servicebüros.

VIBES zum Neuen im Bekannten

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Screenshot vom ZEIT MAGAZIN online

„Bei dieser Übung geht es darum spontan einen Gegenstand auszuwählen und ihn so lange anzustarren bis durch einen ungewohnten Winkel oder speziellen Lichteinfall et cetera eine neue Bedeutung entsteht, die ich dann in einer einfachen Zeichnung zu enthüllen versuche. Es ist eine Übung des Sehens, und die größte Herausforderung ist, mich von der eigentlichen Funktion des Gegenstandes frei zu machen.“

Christoph Niemann, Illustrator, in einem Interview über die Angst der Kreativen, zu lesen und anzusehen auf ZEIT MAGAZIN-online.

VIBES zu Form, Kontext und Handlung

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Das Triadische Ballett hat eine mythenvolle Entstehungsgeschichte. Auch bezüglichen seiner Autoren und Orte. Eine entscheidende Mitarbeit trug jedoch Oskar Schlemmer, Bauhaus-Maler, mit dessen Namen Das Triadische Ballett eng verknüpft ist. In den 20er Jahren wurde es an unterschiedlichsten Orten und mit der Musik verschiedener Komponisten aufgeführt.
Schlemmers Idee im Tanz die Einschränkung der Bewegung durch Form zu thematisieren, war zu der Zeit neuartig und ist vielleicht auch heute noch irgendwie konträr zur Vorstellungen eines Ballett.
Auf systemVIBES taucht das Ballett deshalb auf, weil es vielleicht die enge Verbindung von Form und möglicher Bewegungsart sowie den Handlungsraum veranschaulicht. Die Figuren agieren in ihrem Formenkostüm in der Art, in der es ihnen möglich ist: vom reinen Raumtanz bis hin zu ausdifferenzierteren Gestentänzen. Auch Interaktionen mit weiteren Form-Tänzern ist mal mehr, mal weniger eingeschränkt. Interessant ist auch die Wirkung der Figurformen im Kontext der Hintergrundform. Wie wirkt das spiralförmige Kostüm auf einem runden Hintergrund, wie das Quadrat? Oder der Farbe: Wie viel Aufmerksamkeit bekommt das Blau vor dem gelben Hintergrund, wie viel das Orange? Welche Operationen sind möglich, eingeschränkt? Was wird im nächsten Teil verändert? Welche Auswirkung hat das auf Formwahrnehmung und Handlungsmöglichkeit?

Auf YouTube sind einige Videos zum Triadischen Ballett verfügbar.