VIBES zu perspektivisch und subjektiv

Voor Film (Supporting Film)
Regie: Douwe Dijkstra
Erscheinungsjahr: 2015; Niederlande

In der Beschreibung dieses kleinen „Dokumentarfilms“ heißt es (so ganz grob übersetzt), dass es sich um einen Film handelt, der das Ritual des Filmesehens erkundet.
Zwölf Menschen erklären wie sie Filme sehen und hören, was ihnen gefällt, sie langweilt, aufregt, hindert oder begeistert. Ich finde ihn wunderbar! Eine Hommage an den Film und gleichzeitig ein Aufzeigen wie unmöglich es eigentlich ist, Filme zu machen.

VIBES zur Bedeutung

Musik als Waffe
Dokumentarfilm
Regie: Tristan Chytroschek
Erscheinungsjahr: 2011

Musik ist vermutlich für die meisten Menschen etwas sehr Schönes. Musik als Waffe zeigt die militärische und geheimdienstliche Verwendung von Musik in den USA und wie sich in diesen Kontexten ihre Bedeutung verändert.
Der Film begleitet den Komponisten Christopher Cerf, der für die amerikanische Sesamstraße Kinderlieder geschrieben und vertont hat – und die in Folge zu Verhör- und Folterzwecken genutzt wurden. Cerf macht sich, irritiert von der völlig anderen Bedeutung, die seine Lieder in solchen Kontexten bekamen, auf die Suche nach der unterschiedlichen Wirkung und Bedeutung von Musik.
Der Dokumentarfilm erhielt 2012 den International Emmy.

Ein Film, der vielleicht Fragen aufwerfen kann zur Konstruktion von Bedeutungen und ihren Verantwortlichen.

Hier die Links zur Dokumentation auf YouTube:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

VIBES zum Konstruktivismus

Vom 20. bis 27.11. fand die Restorative Justice Week statt, weltweit gab es verschiedene Projekte und im Netz tummelten sich zahlreiche neue Materialien wie Videos und Poster zum Thema. RJ ist konstruktive Begegnung zwischen Täter(n) und Opfer(n), die das Ziel haben die Erzählung der Tat-Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und somit auch einen gemeinsamen Abschluss der Tat hinzubekommen. Wie ich finde, ein Ansatz, der zeigt wie die Ideen des Konstruktivismus  einen wertvollen Beitrag leisten können Menschen Begegnung zu ermöglichen.

Auf der Seite des TOA-Servicebüros (Täter-Opfer-Ausgleich) heißt es dazu: „Solche Begegnungen, in denen eine konstruktive und heilsame Auseinandersetzung mit teilweise schweren Konflikten (oder gar Lebenskatastrophen) ermöglicht wird, sind einmalige ‚Gelegenheiten um etwas über sich und die Welt zu erfahren, überraschende eigene und fremde Handlungsweisen kennenzulernen, punktuelle Kontakte mit sonst verschlossenen sozialen Welten zu bekommen, Gelegenheiten, um herauszufinden, auf wen man sich verlassen kann […], aber auch, was man sich alles nicht gefallen lassen muss‘ (Heinz Steinert)“

RJ ist nicht unumstritten, dennoch möchte ich hier auf einige englischsprachige Videos aufmerksam machen, von Menschen, die ihre Geschichte mit RJ als sehr wertvoll empfunden haben. Mehr Videos, Links und Infos gibt es z.B. auf der Seite des TOA-Servicebüros.

VIBES zum Entscheiden

Zehn-Meter-Turm
Regie: Axel Danielson & Maximilian Van Aertryck
Erscheinungsjahr: 2016, Schweden
Länge: 17 Min.

SprungSchon mal vom 10m-Turm gehüpft? Da oben ist eine Entscheidung zu treffen: Springen oder wieder hinunter klettern? Der kleine Dokumentarfilm zeigt Menschen, die sich diese Frage stellen. Vielleicht auch ein Portrait darüber wie unterschiedlich Menschen mit Entscheidungssituationen umgehen: in Kommunikation mit anderen, ganz für sich, kurz und knapp oder nach Abwägung…
„Die Versuchsanordnung des Films gleicht einem physikalischen Experiment. Anders als in der Physik ist das Ergebnis jedoch nicht vorhersehbar. Schwimmbad, innen, Tag. Zehn-Meter-Turm. Die Kamera ist auf die Plattform gerichtet. Der Ton ist eingerichtet, so dass der Zuschauer alles hören kann, was sich abspielt – dort oben. Verschiedene Menschen, alleine, mit Freund oder Partner, besteigen den Turm, trauen sich bis an den Rand der Plattform, schauen nach unten. Dann ist erst einmal Pause. Was lässt die Menschen springen? Was bedeutet die Höhe? Was erfordert mehr Mut – springen oder rückwärts wieder herunterklettern?“ (Zitat von der arte- Seite)

arte zeigt den Kurzfilm noch für zwei Monate und zwar hier: http://cinema.arte.tv/de/program/zehn-meter-turm

VIBES zum Kinderfilm

Kreidehände

„Familie ist das zentrale Thema bei den ‚besonderen Kinderfilmen‘ 2016/17“, darauf weist die sehr zu empfehlende Seite KinderundJugendmedien.de der Uni Bremen hin. Die Initiative Der besondere Kinderfilm fördert jährlich aus einer Vielzahl an Bewerbungen Projekte, die zu einem Drehbuch entwickelt werden. Vielleicht interessant zu bemerken, dass sich das Thema Familie und ihre bunten Konstellationen zurzeit auch in Kinderfilmen schwerpunktmäßig und gefördert wiederfindet.

Für alle, die Kinder und Jugendliche zu Hause hocken haben oder die sich bloß dafür interessieren, was Kinder und Jugendliche heute lesen, hören und schauen können, lohnt sich das Stöbern auf der Seite http://www.kinderundjugendmedien.de/ Viel Spaß!

(Foto: Hannah Eller; Kreidehände an einer Kita-Wand in Hamburg)

VIBES zu Bildern, die Bilder anschauen

Miss Hokusai
Regie: Keiichi Hara
Erscheinungsjahr: 2015, Japan
Länge: 90 Min.

Die Frankfurter Allgemeine schreibt: „Bilder schauen Bilder an. Eine Zeichnerin erzählt die Geschichte der Tochter eines großen Künstlers als Comic; ein Trickfilm setzt sie in Bewegung.“
Eine Beschreibung, die sehr passend ist für die verschachtelten Umstände dieses Films, der diesen Monat in die Kinos gekommen ist. Miss Hokusai nimmt die Kunst der Edo-Zeit (das heutige Tokio) in den Blick, aus der Sicht der Tochter von Katsushika Hokusai.
Vielleicht ein sehenswerter Film für jene, die als Zuschauer eine vergangene Zeit japanischer Kultur mit moderner Trickfilmtechnik näher kommen möchten. Oder Freude haben als Beobachter einer Entwicklung von Beobachtung, wie sie Hokusai und seine Tochter durchlaufen, zuzusehen. Wie begegnet man als (angehender und bekannter) Künstler seiner Umwelt, wie wird Ausdruck in Material gebracht, welche Art zu sehen und wahrzunehmen ist künstlerisch?

Eine Hamburger Ausstellung namens Hokusai X Manga beschäftigt sich ausführlich mit der Entstehung und Entwicklung des heutigen Manga in der Tradition des Holzschnittes. Auch online bekommt man über das Museum bereits eine Menge Informationen: http://hokusaixmanga.mkg-hamburg.de/

Ich habe mal den japanischen Trailer herausgesucht – die Sprache ist so hübsch!

VIBES zum Vater

Padre
Regie/Animation: Santiago Bou Grasso
Erscheinungsjahr: 2014, Argentinien/ Frankreich
Länge: 11 Min.

En Film, ähnlich schwer wie die Luft zurzeit draußen.
Argentinien 1983: Die Tochter eines ehemaligen Kommandanten kümmert sich tagtäglich um den Vater. Die Militärdiktatur hat 1983 ein Ende gefunden – nicht aber im Leben der Tochter.

VIBES zum Lernen

Zona Norte
Regie: Monika Treut
Erscheinungsjahr: 2016; Deutschland
Länge: 89 Min.

Eine gute Zeit ins Kino zu gehen. Zona Norte hatte Anfang Mai Kinopremiere in Hamburg. Ein Dokumentarfilm, der vermutlich wieder sehr versteckt in den deutschen Kinos zu sehen sein wird. Zum Inhalt (Zitat von der Filmwebsite): „Fünfzehn Jahre nachdem Monika Treut in ihrem Film Kriegerin des Lichts die Menschenrechtlerin Yvonne Bezerra de Mello bei ihrer Arbeit mit Straßenkindern porträtierte, kehrt sie nach Rio de Janeiro zurück, um die Entwicklung und Nachhaltigkeit des alternativen Schulprojekts Uerê zu dokumentieren. (…) Ihre alternative Pädagogik ermöglicht den Kindern, die aus massiven Gewalterfahrungen resultierenden Lernprobleme zu überwinden.
Doch inzwischen haben die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele und der massive Militäreinsatz gegen die Bewohner der Favelas bürgerkriegsähnliche Zustände provoziert. Stets nah an den Menschen und sensibel in der Bildsprache untersucht Treut die Auswirkungen der stadtsoziologischen Veränderungen. In Zona Norte begibt sie sich auf die Suche nach den Protagonisten von damals. (…)“
Ein ausführliches Interview mit der Regisseurin Monika Treut sowie Links für weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Seite des Films.